en détail 2 – Internationale Gruppenausstellung noch bis 10. Januar 2026
In unserer aktuellen Ausstellung „en détail“ sind kunstvolle Kostbarkeiten zu entdecken. Astrid Köhlers kleine Meisterwerke versammeln wie in einem Schaukasten hochdetaillierte Präparate von akribisch dokumentierten Insekten und phantasievollen Kreaturen unter Expoxidharz. Natürlich wurde dafür sprichwörtlich keiner Fliege etwas zuleide getan, vielmehr sind sie die schillernden Stars auf ihrer Miniaturbühne.
Unser Kalendersortiment ist heute, zwei Wochen vor Neujahr, nicht mehr ganz vollständig, aber es gibt noch vielfältige kunstvolle Begleiter für 2026. Die Kunstbehandlung begeht im neuen Jahr ihr 30-jähriges Bestehen, darauf freuen wir uns.
Zum Entdecken der aktuellen Ausstellung und Abholen von Freude spendenden Kunstwerken haben wir auch am Montag, 22. und Dienstag, 23. Dezember jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Wir freuen uns auf persönliche und virtuelle Besuche, wünschen geruhsame Feiertage und einen guten Start in unser Jubiläumsjahr 2026.
„Ever After.“ hat Graham Groans seine aktuelle Werkserie betitelt. Darin interpretiert der Leipziger Illustrator bekannte Märchen neu und verortet sie in einem queeren Lebensumfeld. Die märchenhaften Details aus Schneewittchen, Aladin oder Dornröschen fehlen dabei natürlich nicht. So fantastisch seine Darstellungen auch sind, umso schöner ist die Selbstverständlichkeit, mit der die queeren Charaktere hier als Protagonisten agieren. Märchen gründen ja auf Lebensrealitäten und so sind Groans‘ Werke eine überfällige Weiterentwicklung Disneyscher Welten, die das Queere viel zu lange schrill oder böse erzählt haben und erst in den letzten Jahren, ihren Figuren eine romantische Märchengegenwart gönnen.
Mathes Schweinberger ist bei der aktuellen Gruppenausstellung mit mehreren Werken vertreten. Der 1963 in Lünen geborene freischaffende Maler und Grafiker hat einen künstlerischen Schwerpunkt auf Zeichnungen von Stadt- und Architekturansichten. In den gezeigten Arbeiten hält er Szenen, fest, in denen eigentlich nichts zu passieren scheint. Er widmet sich der scheinbaren Ereignislosigkeit und gibt sich dabei dem Detail hin. Oftmals sind es architektonische Besonderheiten, die er akribisch festhält, dokumentiert. Er wechselt beim gleichen Motiv zwischen dynamischen, entschlossenen Bildelementen hin zu fein ausgearbeiteten Einzelheiten. Farbe nutzt er sparsam und bedacht und setzt sie zusammen mit Weglassungen und Lichtelementen ein, um dem Betrachter Fährten durch seine Bilder zu legen und ihn damit auf eine detaillierte Spurensuche zu locken – dorthin, wo vermeintlich nur Nebensächlichkeiten passieren.
15 Männer für 12 Monate gibt’s in Robert C. Rores Kalender für 2026. Er setzt sie in Szene vor imposanter Berglandschaft im romantischen Alpenglühen, am menschenleeren Strand, im heimischen Bad bei der Morgentoilette oder chillend bei der Zeitungslektüre. Dabei bedient er sich respektlos bei Alten Meistern, überhöht Klischees, zitiert Mythen und nimmt den Betrachter mit auf eine Reise durch Epochen und Genres.
Robert C. Rore Kalender 2026, Spiralbindung, 15 Blatt, 14,8x21cm, 250g Bilderdruck, durchg. 4-farbig
Der Kunstkalender 2026 von Astrid Köhler präsentiert eine skurrile Facette des Alltags. Köhler nimmt vertraute Motive und verschiebt sie durch eigenwillige und originelle Kompositionen in einen völlig neuen Kontext. So erhebt sie das Banale zum Außergewöhnlichen. Jedes Werk überzeugt dabei durch seine handwerkliche Präzision und Extravaganz. Vögel und Pflanzen werden zu Hauptdarstellern in kulissenhaften Szenen. Und den ein oder anderen augenzwinkernden Verweis auf meist zeitgenössische Künstler-Kollegen baut Astrid Köhler auch noch in ihre Werke ein.
Kurt Walters Bilder zeigen Szenen voller farbenfroher Lebendigkeit. Walters‘ Stil, den er als „ironischen Klassizismus“ bezeichnet, zitiert unverkennbar unterschiedliche Formen aus Barock, Klassizismus und den frühen Meistern der Renaissance. Seine Arbeiten zeigen eine Obsession für Details und komponieren durchdachte Szenerien vor einem illustrativen Hintergrund. Gemütliche Bauernstuben, duftende Backstuben oder pittoreske Stadtansichten vermitteln auf den ersten Blick Postkartenromantik und Heimatphantasien. Der zweite Blick enthüllt die raffinierten Kompositionen mit ihren Nuancen und Blickachsen. Immer im Bildzentrum steht ein prächtiger Protagonist, oft mit durchdringendem Blick, der die Szene dominiert – gerne auch mal mit freiem Oberkörper bei der Stubnmusi. Diese dezente Erotik lädt den Betrachter ein, die Geschichte hinter dem Bild weiterzuspinnen.
Die menschliche Haarpracht ist ein Spiegel von Kultur, Geschichte und Individualität. Während Frisuren dem Diktat der Mode und regionalen Besonderheiten folgen, widmet sich der Künstler Max Ströder Haaren und Härchen auf Männerkörpern. Unscheinbare Details rückt er so in den Mittelpunkt. Mit handwerklicher Perfektion bringt er intime Momente auf die Leinwand. Seine Werke lassen Graustufen, Schwarz und Weiß zum vielfarbigen Gemälde werden, in der jede Faser, jede bisher unbekannte Schattierung, haargenau festgehalten ist. Ströders Kunst zeigt, dass das Magische oft im Mikrokosmos des Alltäglichen liegt.
Seit 2010 stellt die Galerie Kunstbehandlung das Sujet „The Male Figure“ ins Zentrum einer jährlichen, international beachteten Gruppenausstellung. Zum Konzept gehört, dass sich zu bekannten Künstlern der Galerie, die zum klassischen Thema Männerbilder arbeiten, immer wieder neue Talente gesellen und damit neue Sichtweisen auf dieses Teilgebiet der figurativen Kunstwelt bei einem sehr diversen Publikum ermöglicht werden.
Die Annäherung an das „Männliche“ erfolgt künstlerisch sehr individuell, persönlich, oftmals kritisch, aber bisweilen auch humorvoll. Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen zeigen eine große Vielfalt an Arbeitstechniken und Stilen, darunter Akt- und Porträtmalerei, Studien, Pop Art, Abstraktion und Fotorealismus.
Für die Ausstellung im Frühjahr 2026 lädt die Galerie eine*n Künstler*in ein, sich an der Gruppenausstellung mit bis zu fünf Werken zu beteiligen. Eingereicht werden können Arbeiten, die auf das Thema „The Male Figure“ Bezug nehmen und mit den Darstellungsformen der bildenden Kunst experimentieren.
Die Bewerbung erfolgt ausschließlich per E-Mail bis 8. Februar 2026 (24 Uhr) an tmf@kunstbehandlung.com
Die Unterlagen sind vorzugsweise als zusammenhängendes PDF mit einer maximalen Dateigröße von 10 MB einzusenden. Die Einreichung muss in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein. Nur vollständige Einreichungen werden akzeptiert. Wir bitten um folgende Informationen / Unterlagen: • Fotografien von maximal fünf Werkbeispielen als Bild mit Titel, Entstehungsjahr, Technik, Maße • Kurzbiografie • Name (ggf. Künstlername), Kontaktdaten, Website, Social Media Links
+++ ENGLISH +++
Since 2010 the Gallery Kunstbehandlung has placed the subject of „The Male Figure“ at the center of an annual internationally renowned group exhibition. The concept includes works by well-known artists from the gallery, who work on the classic theme of men, being joined by new talents, thus enabling new perspectives on this subfield of figurative art to a diverse audience.
The approach to the ‚male figure‘ is artistically quite individual, personal, often critical, at times humorous.
Paintings, drawings and sculptures show a vast variety of techniques and styles, including nude and portrait paintings, sketches, pop art, abstraction and photorealism. The Gallery invites one artist to participate in the upcoming group exhibition in spring 2026 with up to five works of art which have not been exhibited before. Art works referring to the theme „Male Figure“ and experimenting with forms of visual arts can get submitted.
Applications should be sent by email to tmf@kunstbehandlung.com latest by February 8th 2025 (midnight).
We kindly ask for the following information and documentation: • Photographs of a maximum of five examples of work, each with title, year of creation, technique, dimensions • Short Biography • Name ( artist name if applicable), contact details, website, social media links
Preferably all documents should be sent as a coherent pdf with a maximum file size of 10 mb. The submission has to be in German or English language. Complete submissions only will get considered.
Für 2026 muss es ein Kalender-Sextett sein. Im nächsten Jahr feiert die Kunstbehandlung ihr 30-jähriges Bestehen. Der doppelseitige Kunstbehandlung-Kalender für das Jubiläumsjahr bietet einen vielfältigen Einblick in unser abwechslungsreiches Galerieprogramm – mit jeweils zwei Motiven pro Monat.
Tradition sind die Kalender von Robert C. Rore, Max Ströder und Astrid Köhler. Im österreichischen Atelier vollendet Kurt Walters aus Brooklyn noch einige seiner prächtigen Männer, sodass dieser Kalender erst in der zweiten Oktoberhälfte lieferbar ist. Die plakativ-markanten Werke von Luke Carter begleiten als leuchtender Blickfang erstmalig durchs Jahr.
Alle Kalender gibt es ab sofort in unserem Webshop und natürlich auch bei uns in der Müllerstraße.
Robert C. Rore, WV 9392, Doppelwheelie, 140x200cm, Öl auf Leinwand, sign., dat. 2025
Zwei Typen auf Ihren E-Bikes scheinen ein absurdes Ballett in einer schier unmöglichen Verdichtung und Verschränkung aufzuführen. Aufgerichtet wie scheuende Pferde sieht man die Räder und ihre „Reiter“ in einen blauen Himmel steigen. Das Motiv erinnert an die amerikanischen Maler, die im ausgehenden 19. Jahrhundert das Bild vom Wilden Westen geprägt hatten: Frederic Remington und Charles Marion Russell. Ihre Cowboys und Indianer auf Pferden in allen Variationen.
Fahrradfahrer waren schon einige Male Bildthemen, nicht nur in der Werbung für das neue Fortbewegungsmittel vor 1900, sondern auch bei Künstlern wie Ferdinand Léger oder auch William Roberts. Betonte die Werbung damals Geschwindigkeit oder Leichtigkeit der pedalierenden Fortbewegung, ging es den Künstlern um einen Aspekt eines neuen Sports: schweißtreibend und zugleich von Fahrtwind gekühlt in einer neuartigen Kleidung sportliche Körperlichkeit zeigend.
In Robert C. Rores Bild wird der Drahtesel zum kaum zu bändigenden Rassepferd in einem wilden Tanz drehender Räder, tretenden Beinen und kraftvollen Lenkbewegungen. In dem Bild verbinden sich Wildheit und die Lust an wilder Bewegung zu einem wirbelnden Tanz.