Archiv der Kategorie: Friends

Urszula Widgowska bei der Gruppenausstellung The Male Figure XV

Urszula Widgowska, Poolboy, Filzrelief, 50x74cm, sign., dat. 2026, gerahmt

The Male Figure XV
Internationale Gruppenausstellung
noch bis 11. April 2026

Urszula Widzgowska, geboren 1985 in Żary (Polen), lebt und arbeitet seit 2010 als freischaffende Künstlerin in Deutschland. Nach ihrem Masterstudium der Malerei an der Universität Zielona Góra wandte sie sich zunehmend der Textilkunst und modernen Bildhauerei zu. Farbe, Struktur und Material kombiniert sie in ihren Arbeiten zu einem Hybrid zwischen Malerei, Relief und Objektkunst. In der Gruppenausstellung „The Male Figure XV“ zeigen wir ein Werk aus ihrer Serie „Male Archetypes“. Widzgowska überführt bei diesen Arbeiten konsequent die traditionelle Technik des Nassfilzens in den Bereich der Fine Arts und schafft textile Reliefs und Skulpturen, bei denen die Schafwolle als Medium fungieren darf. In Kombination mit Pop-Art-Elementen und der Referenzierung männlicher Archetypen, entzieht die Künstlerin dem Material seine rein dekorative Funktion. Die haptische, fast archaische Struktur der Wolle macht die Tiefe und Komplexität der männlichen Figur physisch erlebbar. Die Filzreliefs entstehen in hunderten Arbeitsstunden durch den gezielten Einsatz von Reibung und Druck und sind eine beindruckende Synthese aus haptischer Erfahrung und bildhafter Ästhetik.

Philipp Liehr bei der Gruppenausstellung The Male Figure XV

The Male Figure XV
Internationale Gruppenausstellung
noch bis 11. April 2026

Philipp Liehr wurde 1986 im unterfränkischen Kitzingen geboren. Er absolvierte eine Ausbildung zum Holzbildhauer an der Berufsfachschule München und ist seit zehn Jahren als freischaffender Künstler mit Atelier in Halle (Saale) tätig. Seine Skulpturen zeigen vermeintlich unbeobachtete, anonyme Menschen, die teils bekleidet, teils im Akt des Ausziehens dargestellt sind. Dabei rückt Liehr das Alltägliche immer mehr als das Heldenhafte in seine Momentaufnahmen. Die aufwändige Arbeit und das edle Lindenholz bleiben damit nicht nur Herrschenden oder Heiligen vorbehalten. Die vom Material geführten Holzarbeiten sind ein Kontrapunkt zur Reproduzierbarkeit von 3D-Drucken. Die Szenografien Liehrs stellen die existenzielle Frage, was den Menschen jenseits gesellschaftlicher Rollen wirklich ausmacht. Durch das Spiel mit unterschiedlichen Proportionen, subtiler oder maskierter Mimik und humorvollen Accessoires reflektieren Liehrs Protagonisten die Haltung und die Weltbilder ihrer Betrachter und bleiben dabei immer auf Augenhöhe.

Daniel Jaen bei der Gruppenausstellung The Male Figure XV

Daniel Jaen, Territory III, Öl auf Leinwand, 50x50cm, sign. inverso, dat. 2025, gerahmt

The Male Figure XV
Internationale Gruppenausstellung
noch bis 11. April 2026

Daniel Jaen ist in Brasilien geboren wurde und lebt derzeit in Spanien. Den männlichen Körper zeigt er in seinen Werken als Ort der Verletzlichkeit, des Begehrens und als Manifestation der politischen Sichtbarkeit. Mit figurativer Malerei lotet er die Spannung zwischen Intimität und Entblößung aus und hinterfragt, wie der moderne queere männliche Körper in der heutigen Gesellschaft konstruiert, mythologisiert und wahrgenommen wird. Seine dynamischen und fragmentierten Pinselstriche evozieren männliche Zerbrechlichkeit und lassen Figuren in ihren sensibelsten und instabilsten Formen hervortreten. Sichtbare Skizzenstriche, fragile Farbschichten und vermeintlich unvollendete Bereiche führen seine Gemälde über die physische Darstellung hinaus und eröffnen psychologische und emotionale Dimensionen von Identitäten. Jedes Gemälde ist an der Schwelle zwischen dem Persönlichen und dem Kollektiven verortet, wo sich für Jaen Sinnlichkeit und stille Rebellion begegnen.

Pierre Etienne Lenoir bei der Gruppenausstellung The Male Figure XV

Pierre Etienne Lenoir, Onsen, Acryl auf Leinwand, 73x100cm, sign., dat. 2025, gerahmt

The Male Figure XV
Internationale Gruppenausstellung
noch bis 11. April 2026

Pierre Etienne Lenoir hat parallel zu einer juristischen Berufslaufbahn zum künstlerischen Schaffen gefunden. Aus der Juristerei ist ihm geblieben, die Welt mit analytischer Strenge zu betrachten, Strukturen zu durchdringen und sowohl das Sichtbare als auch das Unsichtbare zu hinterfragen. Mit seinen Werken versucht er nicht, eine Idee zu illustrieren, sondern ihre Beschaffenheit zu erspüren und ihre Komplexität in bildnerische Formen zu übersetzen. Seine Arbeiten zeigen sein Bedürfnis nach Ordnung und Struktur. Jedes Gemälde ist ein kathartischer Versuch, das Chaos der Welt in eine lesbare und poetische Form zu bringen, und zugleich eine Einladung, sie anders zu betrachten. Kräftige, klare Acrylfarben werden durch ein Netz schwarzer Linien strukturiert, das an Kirchenfenster erinnert und die architektonische Dimension jeder Leinwand verstärkt. Mit seinem markanten Stil an der Schnittstelle von Kubismus, Art Déco und grafischer Erzählkunst erschafft er Szenen des Alltags neu, indem er sie in Facetten zerlegt. Männliche Figuren in Momenten der Intimität interessieren Lenoir besonders und trotz der Zersplitterung in geometrische Formen arbeitet er seine Motive extrem präzise und plastisch aus und erschafft damit kraftvolle und dennoch ruhende Momentaufnahmen, bei denen die harten Kanten der Geometrie mit der organischen Form des menschlichen Körpers kontrastieren.

en détail mit kleinen Meisterwerken, auch am 22. & 23. Dezember

Astrid Köhler: kleine Meisterwerke

en détail 2 – Internationale Gruppenausstellung
noch bis 10. Januar 2026

In unserer aktuellen Ausstellung „en détail“ sind kunstvolle Kostbarkeiten zu entdecken. Astrid Köhlers kleine Meisterwerke versammeln wie in einem Schaukasten hochdetaillierte Präparate von akribisch dokumentierten Insekten und phantasievollen Kreaturen unter Expoxidharz. Natürlich wurde dafür sprichwörtlich keiner Fliege etwas zuleide getan, vielmehr sind sie die schillernden Stars auf ihrer Miniaturbühne.

Unser Kalendersortiment ist heute, zwei Wochen vor Neujahr, nicht mehr ganz vollständig, aber es gibt noch vielfältige kunstvolle Begleiter für 2026. Die Kunstbehandlung begeht im neuen Jahr ihr 30-jähriges Bestehen, darauf freuen wir uns.

Zum Entdecken der aktuellen Ausstellung und Abholen von Freude spendenden Kunstwerken haben wir auch am Montag, 22. und Dienstag, 23. Dezember jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Wir freuen uns auf persönliche und virtuelle Besuche, wünschen geruhsame Feiertage und einen guten Start in unser Jubiläumsjahr 2026.

Graham Groans bei der Gruppenausstellung en détail 2

Graham Groans, Serie: Ever After, „Dornröschen“, 15x21cm, Aufl. 10, Druck, sign. inverso, 2025

en détail 2 – Internationale Gruppenausstellung
27. November 2025 bis 10. Januar 2026

„Ever After.“ hat Graham Groans seine aktuelle Werkserie betitelt. Darin interpretiert der Leipziger Illustrator bekannte Märchen neu und verortet sie in einem queeren Lebensumfeld. Die märchenhaften Details aus Schneewittchen, Aladin oder Dornröschen fehlen dabei natürlich nicht. So fantastisch seine Darstellungen auch sind, umso schöner ist die Selbstverständlichkeit, mit der die queeren Charaktere hier als Protagonisten agieren. Märchen gründen ja auf Lebensrealitäten und so sind Groans‘ Werke eine überfällige Weiterentwicklung Disneyscher Welten, die das Queere viel zu lange schrill oder böse erzählt haben und erst in den letzten Jahren, ihren Figuren eine romantische Märchengegenwart gönnen.

Mathes Schweinberger bei der Gruppenausstellung en détail 2

Mathes Schweinberger, „Mann im Fenster“, 80x60cm, Öl auf Leinwand, signiert, 2020

en détail 2 – Internationale Gruppenausstellung
27. November 2025 bis 10. Januar 2026

Mathes Schweinberger ist bei der aktuellen Gruppenausstellung mit mehreren Werken vertreten. Der 1963 in Lünen geborene freischaffende Maler und Grafiker hat einen künstlerischen Schwerpunkt auf Zeichnungen von Stadt- und Architekturansichten. In den gezeigten Arbeiten hält er Szenen, fest, in denen eigentlich nichts zu passieren scheint. Er widmet sich der scheinbaren Ereignislosigkeit und gibt sich dabei dem Detail hin. Oftmals sind es architektonische Besonderheiten, die er akribisch festhält, dokumentiert. Er wechselt beim gleichen Motiv zwischen dynamischen, entschlossenen Bildelementen hin zu fein ausgearbeiteten Einzelheiten. Farbe nutzt er sparsam und bedacht und setzt sie zusammen mit Weglassungen und Lichtelementen ein, um dem Betrachter Fährten durch seine Bilder zu legen und ihn damit auf eine detaillierte Spurensuche zu locken – dorthin, wo vermeintlich nur Nebensächlichkeiten passieren.

Robert C. Rore Kalender 2026

Robert C. Rore Jahreskalender 2026

15 Männer für 12 Monate gibt’s in Robert C. Rores Kalender für 2026. Er setzt sie in Szene vor imposanter Berglandschaft im romantischen Alpenglühen, am menschenleeren Strand, im heimischen Bad bei der Morgentoilette oder chillend bei der Zeitungslektüre. Dabei bedient er sich respektlos bei Alten Meistern, überhöht Klischees, zitiert Mythen und nimmt den Betrachter mit auf eine Reise durch Epochen und Genres.

Robert C. Rore Kalender 2026, Spiralbindung, 15 Blatt, 14,8x21cm, 250g Bilderdruck, durchg. 4-farbig

Astrid Köhler Kalender 2026

Astrid Köhler Kalender 2026

Der Kunstkalender 2026 von Astrid Köhler präsentiert eine skurrile Facette des Alltags. Köhler nimmt vertraute Motive und verschiebt sie durch eigenwillige und originelle Kompositionen in einen völlig neuen Kontext. So erhebt sie das Banale zum Außergewöhnlichen. Jedes Werk überzeugt dabei durch seine handwerkliche Präzision und Extravaganz. Vögel und Pflanzen werden zu Hauptdarstellern in kulissenhaften Szenen. Und den ein oder anderen augenzwinkernden Verweis auf meist zeitgenössische Künstler-Kollegen baut Astrid Köhler auch noch in ihre Werke ein.

Astrid Köhler Kalender 2026, Spiralbindung, 15 Blatt, 14,8x21cm, 250g Bilderdruck, durchg. 4-farbig

Kurt Walters Kalender 2026

Kurt Walters Kalender 2026

Kurt Walters Bilder zeigen Szenen voller farbenfroher Lebendigkeit. Walters‘ Stil, den er als „ironischen Klassizismus“ bezeichnet, zitiert unverkennbar unterschiedliche Formen aus Barock, Klassizismus und den frühen Meistern der Renaissance. Seine Arbeiten zeigen eine Obsession für Details und komponieren durchdachte Szenerien vor einem illustrativen Hintergrund. Gemütliche Bauernstuben, duftende Backstuben oder pittoreske Stadtansichten vermitteln auf den ersten Blick Postkartenromantik und Heimatphantasien. Der zweite Blick enthüllt die raffinierten Kompositionen mit ihren Nuancen und Blickachsen. Immer im Bildzentrum steht ein prächtiger Protagonist, oft mit durchdringendem Blick, der die Szene dominiert – gerne auch mal mit freiem Oberkörper bei der Stubnmusi. Diese dezente Erotik lädt den Betrachter ein, die Geschichte hinter dem Bild weiterzuspinnen.

Kurt Walters Kalender 2026, Spiralbindung, 15 Blatt, 14,8x21cm, 250g Bilderdruck, durchg. 4-farbig