
In der aktuellen Gruppenausstellung „en détail 3“ zeigen wir Werke von Marta Zientkowska-Schulz.
Aus einer Porträtserie stammen die Gemälde, die Hahn und Kuh in der Rolle aristokratischer Persönlichkeiten darstellen. Die fotorealistisch gemalten Tiere werden nicht karikiert, sondern würdevoll wie klassische Herrscher inszeniert – mit kostbaren Gewändern, Schmuck und Krone vor goldenem Grund. Durch dieses Spiel mit Symbolen von Macht und Status entsteht ein leiser, absurder Humor.
Zusammen mit Astrid Köhler entstand die Werkgruppe „kleinode(l)“. Ausgangspunkt für die art trouvé-Objekte ist urbane Archäologie: Dinge, die Menschen über Toiletten und Kanalisation verloren haben. Der Abwasserentsorger AmperVerband sammelte und reinigte diese unerwartet persönlichen Fundstücke – darunter ein Rosenkranz, ein Taschenmesser, ein Mobiltelefon und eine Armbanduhr, teils mit noch sichtbaren Gebrauchsspuren.
Eingeschlossen in Kunstharz und mit Licht inszeniert, verwandelt sich das scheinbar Wertlose in leuchtende, detailreiche Kleinodien. Wie in Bernstein konservieren diese Artefakte banale Zeugnisse unserer Gegenwart und erzählen davon, was wir besaßen, benutzten – und verloren haben.

















