
The Male Figure XV
Internationale Gruppenausstellung
noch bis 11. April 2026
Die Prägetechnik auf Büttenpapier entstand mit der Druckgrafik. Erst in der Moderne emanzipierte sich die Prägung vom Bildinhalt und wurde zur Skulptur auf der Fläche. Die Prägungen modulieren Licht und Schatten, das Papier selbst wird durch die Verformung zum dreidimensionalen Objekt. In der aktuellen Gruppenausstellung The Male Figure XV ist Jens Schubert mit einem Werk vertreten, das diese Technik nutzt, um den Bildinhalt erst auf den zweiten Blick erkennbar zu machen. Das Werk vereint einen sanften, ätherisch wirkenden Farbverlauf im Hintergrund mit einer extrem präzisen Blindprägung aus harter Geometrie. Das komplexe Geflecht besteht aus Dreiecken, Kreisen und Linienbündeln und fast schon architektonischen oder maschinenartigen Versatzstücken. In der Bildmitte bildet eine organische Struktur den Gegenpol zu den technischen Linien. Durch die Pastelltöne wirkt die Komposition trotz ihrer Komplexität leicht, fast schwebend. Erst ein Schritt zurück offenbart den Bildinhalt. Die traditionelle Schwere des Büttenpapiers bricht mit der modernen Farbigkeit und dem Motiv. Selbst der Titel „Stecher“ könnte eine Anspielung auf das Handwerk des Kupferstechers sein, welches die hier für die Prägeform genutzte Metallbearbeitung begründet hat. Jens Schubert lässt offen, ob er den Titel darauf, oder den Bildinhalt bezieht.













