Schlagwort-Archiv: Aktmalerei

Daniel Jaen bei der Gruppenausstellung The Male Figure XV

Daniel Jaen, Territory III, Öl auf Leinwand, 50x50cm, sign. inverso, dat. 2025, gerahmt

The Male Figure XV
Internationale Gruppenausstellung
noch bis 11. April 2026

Daniel Jaen ist in Brasilien geboren wurde und lebt derzeit in Spanien. Den männlichen Körper zeigt er in seinen Werken als Ort der Verletzlichkeit, des Begehrens und als Manifestation der politischen Sichtbarkeit. Mit figurativer Malerei lotet er die Spannung zwischen Intimität und Entblößung aus und hinterfragt, wie der moderne queere männliche Körper in der heutigen Gesellschaft konstruiert, mythologisiert und wahrgenommen wird. Seine dynamischen und fragmentierten Pinselstriche evozieren männliche Zerbrechlichkeit und lassen Figuren in ihren sensibelsten und instabilsten Formen hervortreten. Sichtbare Skizzenstriche, fragile Farbschichten und vermeintlich unvollendete Bereiche führen seine Gemälde über die physische Darstellung hinaus und eröffnen psychologische und emotionale Dimensionen von Identitäten. Jedes Gemälde ist an der Schwelle zwischen dem Persönlichen und dem Kollektiven verortet, wo sich für Jaen Sinnlichkeit und stille Rebellion begegnen.

Pierre Etienne Lenoir bei der Gruppenausstellung The Male Figure XV

Pierre Etienne Lenoir, Onsen, Acryl auf Leinwand, 73x100cm, sign., dat. 2025, gerahmt

The Male Figure XV
Internationale Gruppenausstellung
noch bis 11. April 2026

Pierre Etienne Lenoir hat parallel zu einer juristischen Berufslaufbahn zum künstlerischen Schaffen gefunden. Aus der Juristerei ist ihm geblieben, die Welt mit analytischer Strenge zu betrachten, Strukturen zu durchdringen und sowohl das Sichtbare als auch das Unsichtbare zu hinterfragen. Mit seinen Werken versucht er nicht, eine Idee zu illustrieren, sondern ihre Beschaffenheit zu erspüren und ihre Komplexität in bildnerische Formen zu übersetzen. Seine Arbeiten zeigen sein Bedürfnis nach Ordnung und Struktur. Jedes Gemälde ist ein kathartischer Versuch, das Chaos der Welt in eine lesbare und poetische Form zu bringen, und zugleich eine Einladung, sie anders zu betrachten. Kräftige, klare Acrylfarben werden durch ein Netz schwarzer Linien strukturiert, das an Kirchenfenster erinnert und die architektonische Dimension jeder Leinwand verstärkt. Mit seinem markanten Stil an der Schnittstelle von Kubismus, Art Déco und grafischer Erzählkunst erschafft er Szenen des Alltags neu, indem er sie in Facetten zerlegt. Männliche Figuren in Momenten der Intimität interessieren Lenoir besonders und trotz der Zersplitterung in geometrische Formen arbeitet er seine Motive extrem präzise und plastisch aus und erschafft damit kraftvolle und dennoch ruhende Momentaufnahmen, bei denen die harten Kanten der Geometrie mit der organischen Form des menschlichen Körpers kontrastieren.

Robert C. Rore Kalender 2025

Cover 
Robert C. Rore-Kalender 2025 im Format DIN A5, 21x14,8cm, 14 Blatt, durchg. 4-farbig, Spiralbindung, 10 Euro

Da spannt der Maler Robert C. Rore in seinen Bildern wieder mal respektlos und humorvoll Bögen durch Zeiten und Geschichten, bedient sich an Mythen, Kulturgütern und Klischees:

Dass Männer gerne an roter Feuersglut Fleischstücke grillen um ihre Männlichkeit zu zelebrieren ist bekannt. Bei Rore wird der Mann zum Held am Herd, da reichen dem Mann Eier in der Pfanne über einer blau leuchtenden Gasflamme und der Mann ist ganz Mann. Oder ein spöttisch schauender nackter Perseus ohne das Haupt der Medusa, aber mit dem spiegelnden Schild bereit zum Kampf. Oder ein rothaariger Mann in der Badewanne mit einem Schwan: Lohengrin im Chillmodus. Noch so ein Held, nachdenklich auf gleich mehrere herumschwimmende Schwäne blickend: Schwanensee. Oder solche goldglänzenden Nischen, die man von alten Altären kennt. Nischen, die normalerweise von Heiligen in prächtigen Paramenten besetzt sind. Doch hier hat ein prächtiger junger Mann in bayerischem Outfit eine solche Nische okkupiert, trinkt dabei sichtlich genussvoll aus einer Bierflasche und hat doch tatsächlich mal kurz sein Smartphone aus dem Blick gelassen. Oder ein rundes Bild mit einem kräftigen Ruderer, wie eine Schützenscheibe aus dem 19.Jhd, und es ist zu ahnen was ein kundiger Schütze da nun zu erlegen hätte. Oder eine Seelandschaft der Einsamkeit à la Leistikow, nur hier mit einem nackten Badenden garniert. Da nimmt sich kein Mann richtig ernst, was sie dann in Rores Bildern noch schöner macht.

Robert C. Rore-Kalender 2025 im Format DIN A5, 21×14,8cm, 14 Blatt, durchg. 4-farbig, Spiralbindung, 10 Euro