Schlagwortarchiv: Fundstücke

Herrschaftliche Herdentiere und urbane Archäologie bei der Gruppenausstellung „en détail 3“

Marta Zientkowska, Hahn 1, Öl/Schlagmetall auf Holz, 30x30cm, sign., dat. 2026

In der aktuellen Gruppenausstellung „en détail 3“ zeigen wir Werke von Marta Zientkowska-Schulz.
Aus einer Porträtserie stammen die Gemälde, die Hahn und Kuh in der Rolle aristokratischer Persönlichkeiten darstellen. Die fotorealistisch gemalten Tiere werden nicht karikiert, sondern würdevoll wie klassische Herrscher inszeniert – mit kostbaren Gewändern, Schmuck und Krone vor goldenem Grund. Durch dieses Spiel mit Symbolen von Macht und Status entsteht ein leiser, absurder Humor.
Zusammen mit Astrid Köhler entstand die Werkgruppe „kleinode(l)“. Ausgangspunkt für die art trouvé-Objekte ist urbane Archäologie: Dinge, die Menschen über Toiletten und Kanalisation verloren haben. Der Abwasserentsorger AmperVerband sammelte und reinigte diese unerwartet persönlichen Fundstücke – darunter ein Rosenkranz, ein Taschenmesser, ein Mobiltelefon und eine Armbanduhr, teils mit noch sichtbaren Gebrauchsspuren.
Eingeschlossen in Kunstharz und mit Licht inszeniert, verwandelt sich das scheinbar Wertlose in leuchtende, detailreiche Kleinodien. Wie in Bernstein konservieren diese Artefakte banale Zeugnisse unserer Gegenwart und erzählen davon, was wir besaßen, benutzten – und verloren haben.

Nils Martin Müller bei der Gruppenausstellung The Male Figure XV

Nils Martin Müller, Daydream, Installation aus Papier/Pappe/Holz/Heißkleber unter Glassturz, H 42cm,  Ø 23cm, dat. 2017

The Male Figure XV
Internationale Gruppenausstellung
noch bis 11. April 2026

Tagträume sind eine Brücke zwischen der harten Realität und der grenzenlosen inneren Welt, sie thematisieren Identität, Eskapismus und die Dehnung von Zeit. Mit seiner Technik der räumlichen Collage und des Papierschnitts macht Nils Martin Müller den Zustand des Tagträumens physisch erfahrbar, wenn die Augen des Betrachters in seiner opulenten Miniatur in der aktuellen Gruppenausstellung „The Male Figure XV“ auf Reise gehen. Ausgangsmaterial von Müllers Arbeiten sind Fundstücke aus der visuellen Massenkultur – Trivialmagazine, Modezeitschriften oder Clubplakate –, die aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst und neu arrangiert werden. In der Arbeit für „The Male Figure XV“ steht dabei explizit der Queer Gaze sowie eine homoerotische Perspektive im Fokus, die Betrachter*innen dazu einlädt, eigene Sehgewohnheiten zu reflektieren und zu hinterfragen.

Nils Martin Müller, Daydream, Installation aus Papier/Pappe/Holz/Heißkleber unter Glassturz, H 42cm,  Ø 23cm, dat. 2017