Archiv des Monats: März 2026

Philipp Liehr bei der Gruppenausstellung The Male Figure XV

The Male Figure XV
Internationale Gruppenausstellung
noch bis 11. April 2026

Philipp Liehr wurde 1986 im unterfränkischen Kitzingen geboren. Er absolvierte eine Ausbildung zum Holzbildhauer an der Berufsfachschule München und ist seit zehn Jahren als freischaffender Künstler mit Atelier in Halle (Saale) tätig. Seine Skulpturen zeigen vermeintlich unbeobachtete, anonyme Menschen, die teils bekleidet, teils im Akt des Ausziehens dargestellt sind. Dabei rückt Liehr das Alltägliche immer mehr als das Heldenhafte in seine Momentaufnahmen. Die aufwändige Arbeit und das edle Lindenholz bleiben damit nicht nur Herrschenden oder Heiligen vorbehalten. Die vom Material geführten Holzarbeiten sind ein Kontrapunkt zur Reproduzierbarkeit von 3D-Drucken. Die Szenografien Liehrs stellen die existenzielle Frage, was den Menschen jenseits gesellschaftlicher Rollen wirklich ausmacht. Durch das Spiel mit unterschiedlichen Proportionen, subtiler oder maskierter Mimik und humorvollen Accessoires reflektieren Liehrs Protagonisten die Haltung und die Weltbilder ihrer Betrachter und bleiben dabei immer auf Augenhöhe.

Daniel Jaen bei der Gruppenausstellung The Male Figure XV

Daniel Jaen, Territory III, Öl auf Leinwand, 50x50cm, sign. inverso, dat. 2025, gerahmt

The Male Figure XV
Internationale Gruppenausstellung
noch bis 11. April 2026

Daniel Jaen ist in Brasilien geboren wurde und lebt derzeit in Spanien. Den männlichen Körper zeigt er in seinen Werken als Ort der Verletzlichkeit, des Begehrens und als Manifestation der politischen Sichtbarkeit. Mit figurativer Malerei lotet er die Spannung zwischen Intimität und Entblößung aus und hinterfragt, wie der moderne queere männliche Körper in der heutigen Gesellschaft konstruiert, mythologisiert und wahrgenommen wird. Seine dynamischen und fragmentierten Pinselstriche evozieren männliche Zerbrechlichkeit und lassen Figuren in ihren sensibelsten und instabilsten Formen hervortreten. Sichtbare Skizzenstriche, fragile Farbschichten und vermeintlich unvollendete Bereiche führen seine Gemälde über die physische Darstellung hinaus und eröffnen psychologische und emotionale Dimensionen von Identitäten. Jedes Gemälde ist an der Schwelle zwischen dem Persönlichen und dem Kollektiven verortet, wo sich für Jaen Sinnlichkeit und stille Rebellion begegnen.

Pierre Etienne Lenoir bei der Gruppenausstellung The Male Figure XV

Pierre Etienne Lenoir, Onsen, Acryl auf Leinwand, 73x100cm, sign., dat. 2025, gerahmt

The Male Figure XV
Internationale Gruppenausstellung
noch bis 11. April 2026

Pierre Etienne Lenoir hat parallel zu einer juristischen Berufslaufbahn zum künstlerischen Schaffen gefunden. Aus der Juristerei ist ihm geblieben, die Welt mit analytischer Strenge zu betrachten, Strukturen zu durchdringen und sowohl das Sichtbare als auch das Unsichtbare zu hinterfragen. Mit seinen Werken versucht er nicht, eine Idee zu illustrieren, sondern ihre Beschaffenheit zu erspüren und ihre Komplexität in bildnerische Formen zu übersetzen. Seine Arbeiten zeigen sein Bedürfnis nach Ordnung und Struktur. Jedes Gemälde ist ein kathartischer Versuch, das Chaos der Welt in eine lesbare und poetische Form zu bringen, und zugleich eine Einladung, sie anders zu betrachten. Kräftige, klare Acrylfarben werden durch ein Netz schwarzer Linien strukturiert, das an Kirchenfenster erinnert und die architektonische Dimension jeder Leinwand verstärkt. Mit seinem markanten Stil an der Schnittstelle von Kubismus, Art Déco und grafischer Erzählkunst erschafft er Szenen des Alltags neu, indem er sie in Facetten zerlegt. Männliche Figuren in Momenten der Intimität interessieren Lenoir besonders und trotz der Zersplitterung in geometrische Formen arbeitet er seine Motive extrem präzise und plastisch aus und erschafft damit kraftvolle und dennoch ruhende Momentaufnahmen, bei denen die harten Kanten der Geometrie mit der organischen Form des menschlichen Körpers kontrastieren.

Naro Pinosa bei der Gruppenausstellung The Male Figure XV 

Naro Pinosa, Prince Albert, Fotomontage/C-Print, 36,5x47,5cm, sign., dat. 2026

The Male Figure XV
Internationale Gruppenausstellung
noch bis 11. April 2026

In der aktuellen Gruppenausstellung „The Male Figure XV“ zeigen wir erstmalig Werke von Naro Pinosa. Der Spanier nutzt die Kunstgattung der Montage und perfektioniert die Ästhetik des Fragments, um Details in neue Kontexte zu stellen. Er macht damit eine Art generalisierte Ästhetik und Erotik über Epochen und Stile hinweg sichtbar. Dabei nutzt er keine Ausschnitte der vermeintlichen Realität, sondern vorhandene Kunstwerke und fügt ihnen durch diese Re-Kontextualisierung eine Bedeutungsebene hinzu. Das Ergebnis zwingt zum genauen Hinschauen und überzeugt durch eine ganz eigene Verbindung von Brüchen und fließenden Übergängen.