Schlagwort-Archiv: relief

Jens Schubert bei der Gruppenausstellung The Male Figure XV

Jens Schubert, Stecher, Prägedruck in Bütten, Variation 1/5, 60x42cm, sign., dat. 2024

The Male Figure XV
Internationale Gruppenausstellung
noch bis 11. April 2026

Die Prägetechnik auf Büttenpapier entstand mit der Druckgrafik. Erst in der Moderne emanzipierte sich die Prägung vom Bildinhalt und wurde zur Skulptur auf der Fläche. Die Prägungen modulieren Licht und Schatten, das Papier selbst wird durch die Verformung zum dreidimensionalen Objekt. In der aktuellen Gruppenausstellung The Male Figure XV ist Jens Schubert mit einem Werk vertreten, das diese Technik nutzt, um den Bildinhalt erst auf den zweiten Blick erkennbar zu machen. Das Werk vereint einen sanften, ätherisch wirkenden Farbverlauf im Hintergrund mit einer extrem präzisen Blindprägung aus harter Geometrie. Das komplexe Geflecht besteht aus Dreiecken, Kreisen und Linienbündeln und fast schon architektonischen oder maschinenartigen Versatzstücken. In der Bildmitte bildet eine organische Struktur den Gegenpol zu den technischen Linien. Durch die Pastelltöne wirkt die Komposition trotz ihrer Komplexität leicht, fast schwebend. Erst ein Schritt zurück offenbart den Bildinhalt. Die traditionelle Schwere des Büttenpapiers bricht mit der modernen Farbigkeit und dem Motiv. Selbst der Titel „Stecher“ könnte eine Anspielung auf das Handwerk des Kupferstechers sein, welches die hier für die Prägeform genutzte Metallbearbeitung begründet hat. Jens Schubert lässt offen, ob er den Titel darauf, oder den Bildinhalt bezieht.

Urszula Widgowska bei der Gruppenausstellung The Male Figure XV

Urszula Widgowska, Poolboy, Filzrelief, 50x74cm, sign., dat. 2026, gerahmt

The Male Figure XV
Internationale Gruppenausstellung
noch bis 11. April 2026

Urszula Widzgowska, geboren 1985 in Żary (Polen), lebt und arbeitet seit 2010 als freischaffende Künstlerin in Deutschland. Nach ihrem Masterstudium der Malerei an der Universität Zielona Góra wandte sie sich zunehmend der Textilkunst und modernen Bildhauerei zu. Farbe, Struktur und Material kombiniert sie in ihren Arbeiten zu einem Hybrid zwischen Malerei, Relief und Objektkunst. In der Gruppenausstellung „The Male Figure XV“ zeigen wir ein Werk aus ihrer Serie „Male Archetypes“. Widzgowska überführt bei diesen Arbeiten konsequent die traditionelle Technik des Nassfilzens in den Bereich der Fine Arts und schafft textile Reliefs und Skulpturen, bei denen die Schafwolle als Medium fungieren darf. In Kombination mit Pop-Art-Elementen und der Referenzierung männlicher Archetypen, entzieht die Künstlerin dem Material seine rein dekorative Funktion. Die haptische, fast archaische Struktur der Wolle macht die Tiefe und Komplexität der männlichen Figur physisch erlebbar. Die Filzreliefs entstehen in hunderten Arbeitsstunden durch den gezielten Einsatz von Reibung und Druck und sind eine beindruckende Synthese aus haptischer Erfahrung und bildhafter Ästhetik.