sueddeutsche.de widmet unserer Heimat, der Müllerstraße, eine Bilderstrecke. Dabei darf die Kunstbehandlung natürlich nicht fehlen.
Zum 15. Geburtstag der Kunstbehandlung keine Versandkosten im Webshop

Die Kunstbehandlung feiert in 2011 das 15. Jahr ihres Bestehens. Aus diesem Anlass erfolgt die Lieferung aller in unserem Webshop bestellten Artikel bis zum Jahresende versandkostenfrei.
Das neue Buch von Robert C. Rore Männerbilder ist zum Beispiel exklusiv bei uns bereits ab kommenden Donnerstag, den 15. September 2011, erhältlich und über den Webshop versandkostenfrei zu bestellen sogar mit persönlicher Widmung.
In guter Gesellschaft: Ganymed von Robert C. Rore

Ganymed, der Schönste aller Sterblichen, in der griechischen Mythologie vom Göttervater Zeus geraubt, inspiriert die Künstler seit Jahrtausenden. Darstellungen Ganymeds findet man auf griechischer Keramik seit dem fünften Jahrhundert vor Christus. Homer, Vergil und Ovid berichten von ihm, Michelangelo, Rubens und Rembrandt hat er zu Bildern inspiriert. Goethe verfasste ein Gedicht, das von Franz Schubert vertont wurde. Der Münchner Maler Robert C. Rore hat ihm ein Bild gewidmet.
Die zurzeit laufende Jahresausstellung von Robert C. Rore Lichtspiele wird bis 10. Oktober 2011 verlängert. Am 6. Oktober wird sein Bildband Männerbilder in der Kunstbehandlung vorgestellt. Exklusiv bei uns ist der Bildband bereits ab 15. September erhältlich und kann auch online versandkostenfrei bestellt werden auf Wunsch auch mit persönlicher Widmung.
Kleinformatige Aquarellserie von Robert Brinkschulte

Was geht vor sich im Glockenbachviertel? Was macht der Spekulant? Ah ja, er baut. Und was machen die Alten Eltern? Ja, da ist ja beim über 40-jährigen Mann zu viel Weichmacher im Sperma, übers Essen aufgenommen – deswegen hat die Charlotte Zwillinge bekommen. Und nicht nur die – alle haben Zwillinge, alle Alten Eltern.
Robert Brinkschultes Bilder begleiten die Umgebung der Kunstbehandlung seit einem halben Menschenleben sie haben fast ausschließlich das Glockenbachviertel zum Thema. Auffallende Veränderungen tun sich hier auf. Wo etwa gestern noch orthopädische Schuhe gefertigt wurden, kann man heute Kaffee Togo – auch zum Mitnehmen – mitnehmen. So tragen gleich mehrere Werke der Serie kleinformatiger Aquarelle das im Glockenbachviertel derzeit stark frequentierte Wort Neueröffnung im Titel. Alle Werke der Serie finden sich im Webshop der Kunstbehandlung.
Vorschau: Directors Cut Ausstellung von Oliver Estavillo

„Directors Cut“
Ausstellung von Oliver Estavillo
20.10. – 05.11.2011
Robert C. Rore: Männerbilder / Portraits of Men jetzt (mit Widmung) bestellen

Robert C. Rore: Männerbilder / Portraits of Men
Mit einer Einleitung von Arnold Stadler und Texten von Boris von Brauchitsch
deutsch / englisch, Format 28×24 cm, über 200 Abbildungen
148 Seiten, Hardcover
Edition Braus, Berlin, ISBN 978-3-86228-023-0
29,95; Online versandkostenfrei bestellen
Der Münchner Maler Robert C. Rore greift in seinen Zeichnungen und Gemälden Männerbilder als eines der ältesten Themen der Kunstgeschichte neu und modern auf. Unabhängig von der Darstellungs- und Ausdrucksform, spielt die Beziehung von Maler und Modell eine entscheidende Rolle. Robert C. Rore sieht darin eine besondere Herausforderung: von der Auswahl des Modells über die Annäherung im Mal- beziehungsweise Zeichenprozess bis zur Entstehung einer sehr persönlichen Darstellung kann der Betrachter den Entstehungsprozess anhand der in diesem Band versammelten Bildauswahl nachvollziehen und sich an meisterlichen Zeichnungen und Ölbildern erfreuen.
Robert C. Rore, geboren 1954, ist seit 1982 als freischaffender Künstler in München tätig. Seine Werkbereiche sind Stillleben, Stadt- und Landschaftsansichten, Portraits und Aktbilder sowie Buchillustrationen und großformatige Wandbilder. Seine Männerbilder werden seit 1997 in jährlichen Einzelausstellungen in der Kunstbehandlung gezeigt.
Das Buch ist exklusiv bei der Kunstbehandlung bereits ab 15.09.2011 erhältlich. Im Kunstbehandlung Online-Shop kann man Robert C. Rores Männerbilder jetzt bestellen auch mit Widmung. Die versandkostenfreie Auslieferung erfolgt ab 15.09.2011.
15 Jahre Kunstbehandlung Spätöffnung zum schwulen Straßenfest am 20. August 2011

Um’s frei nach Wilhelm Busch zu sagen: Eins, zwei, drei im Sauseschritt enteilt die Zeit, wir eilen mit. Nach 15 Jahren und mehr als 150 Ausstellungen in den Galerieräumen der Müllerstraße 40, bleibt in der Kunstbehandlung die unstillbare Neugier auf neue, nie gesehene Bilder und natürlich ein prall gefülltes Wunschhorn voller Anekdoten, kuriosen Erlebnissen, Eitelkeiten und Dingen, für die es keine Namen gibt. So ist das, wenn Kunst auf Marktwirtschaft trifft.
Anlässlich des Hans-Sachs-Straßenfestes 1996 (das Sub feierte seinen 10. Geburtstag), öffnete die Galerie erstmals für das Publikum. Seitdem hat die Kunstbehandlung traditionell zum schwulen Straßenfest bis in die späten Abendstunden geöffnet und zeigt die ebenfalls traditionell an diesem Termin stattfindende Jahresausstellung von Robert C. Rore. Eine kleine Chronologie der Kunstbehandlung lässt die letzten 15 Galerie-Jahre auf unserer Website Revue passieren.
Wir bedanken uns bei dieser Gelegenheit bei den Kunden und Besuchern, den Künstlern und den Medien sowie allen, die im Stillen hinter den Kulissen 15 Jahre Kunstbehandlung erst möglich gemacht haben. Wir versprechen, weiterhin ein spannendes Programm mit hohem Neuigkeitswert zu liefern.
Baustellenpause in der Müllerstraße

Die Trambahngleis-Baustelle vor der Kunstbehandlung sollte eigentlich bis 29. Juli 2011 abgeschlossen sein. Allerdings gibt es nun nur eine Baustellenpause, wie die Stadtwerke München angekündigt haben. Bisher konnte nämlich lediglich eines der beiden Gleise ausgetauscht werden, weil im Untergrund zu viel Weltkriegs-Bauschutt liegt. Nach dem Oktoberfest wird dann das zweite Gleis verlegt. Während der Jahresausstellung von Robert C. Rore Lichtspiele ist die Müllerstraße jedenfalls vorübergehend baustellenfrei.
Robert C. Rore zur Serie Verdugo

Meiner Meinung nach wird der Barock besonders in Bayern oft falsch eingeschätzt. Er wird rückblickend von seinem Rokokoausklang wahrgenommen, diesem lichtvollen, leicht dahin eilenden letzten Traum einer zum Untergang bestimmten Welt. Für mich ist Barock, speziell der katholische, der letzte und vielleicht großartigste Versuch, die Welt und den Himmel, inklusive Gott, man war da nicht bescheiden, als umfassendes Theater zu begreifen, zu erleben und als solches todernst zu nehmen. Alles wurde zur Inszenierung. Rolle und Realität wurden eins. So erscheint es mir. Katholische Kirchen wurden zu düster-erhabenen Orten stundenlanger ritueller theatralischer Handlungen, in denen jede Kleinigkeit, jede Geste ihren Platz, ihre Bedeutung hatte. Barock.
Die großartigsten Bühnen für solche Inszenierungen sah ich in Spanien. Besonders wenn in großen Prozessionen eine ganze Stadt rituell überflutet wird. Da war er für mich: der reine Hochbarock. Spanischer Hochbarock. Velazquez vielleicht oder Greco und eine Musik von grandioser dunkler Majestät eines Christóbal de Morales oder Tomás Luis de Victoria. Ich weiß, daß ich hier den Begriff Barock sehr weit fasse! Dazu eine Menge wabernder Weihrauch und den Blick fest auf eine Heiligendarstellung gerichtet, die in irgendeiner der mit Inka-Gold bedampften Kathedralen Spaniens hängen mag. Es schlägt eine Trommel und rhythmisch setzen die anderen Trommeln ein und geleiten in einer Prozession, so mag es gewesen sein, zum erbaulichen Autodafé dem Akt des Glaubens hinaus aus der Kirche so stelle ich es mir vor. Eine große Veranstaltung rund um eine Hinrichtung vielleicht, in der ein Häretiker, Apostat oder vielleicht auch nur ein bedauernswerter Protestant, mit der wahren Religion, der römisch-katholischen natürlich, versöhnt wird. Eine Hochzeit der Hoheit des Glaubens mit dem Reinigungsakt einer Gesellschaft, die dann passenderweise anschließend in ein großes Volksfest übergeht. Alles Barock.
Das spanische Wort Verdugo heißt auf Deutsch Henker, Scharfrichter. Verdugo lässt sich vom lateinischen viridis herleiten, was so was wie kraftvoll, jung, im vollen Saft stehend bedeutet. Dies lässt, berücksichtigt man das auf dieselbe lateinische Quelle zurückgehende spanische Wort verde für grün, auf eine ziemliche Bedeutungsverschiebung schließen. Besonders wenn man sich das Berufsbild eines Henkers vorstellt. Bedenkt man allerdings die typisch katholische Lust, eine schöne Leich zu feiern, Altbayrischen und Österreichern sehr bekannt, in der die Lust am Leben durchaus mit dem Bewusstsein der Endlichkeit desselben erst die entsprechende Würze bekommt, mag die Idee eines grünen Gärtners als Tod im Feld des Lebens nicht so fern sein. Ich gebe zu, ohne einen Schauer kann ich darüber nicht nachdenken. Aber sind nicht die katholischen Heiligendarstellungen auch schauerhaft, wo ich mir nie sicher bin, welche Lust dort eigentlich gefeiert wird. Offiziellerweise natürlich die des Eingangs ins Paradies, ins ewige Leben, nach einem irdischen Martyrium. Aber immer auch gab es eine andere Lust, eine, die ein ganz anderes Paradies fest im Blick hatte. Das, was man sinnigerweise den kleinen Tod nennt. Sehr kokett. Und schon Rokoko.
Lichtspiele – Jahresausstellung von Robert C. Rore
Malerei, Aquarell, Zeichnung, Druckgraphik
28.07. – 04.10.2011
Robert C. Rore: Verdugo

In my humble opinion the Baroque style is often misunderstood, especially in Bavaria. It is usually considered retrospectively, from the standpoint of its final manifestation, the Rococo. The final, but light-hearted luminescent dream of a disappearing world gaily prancing towards its end. Personally I understand the Baroque, and in particular the Roman Catholic version, as the ultimate attempt to grasp and experience the earth and the sky, including God (one wasnt particularly modest in those days), as a stage and to take it serious as such. All the world was a stage. Role and reality merged into one, so at least it seems to me. Roman Catholic churches became places of ritualistic performances both sombre and sublime, which drew on for hours and in which even the tiniest prop, the smallest gesture had a function and a meaning. Baroque.
It was in Spain where I found the most extravagant stages for such performances. Most impressive when an entire city or town is flooded by ritual in a huge procession. To me, that represents pure high Baroque; to be more precisely Spanish high Baroque. Possibly Velazquez or Greco, accompanied by the dark grandiose majesty of the music by Cristóbal de Morales or Tomás Luis de Victoria. I am well aware that I might broaden the meaning of Barock with those! Enriched by thick clouds of incense wafting around, and ones gaze fixed to a picture of a saint in any of Spains cathedrals filled with Incagold. One imagines the single beat of a drum, soon other drums join in rhythmically, and one is swept away in a procession out of the church and transported on to the uplifting autodafé an act of faith However thats how I picture it. A huge event staged for an execution, maybe, during which some heretic, an apostate or perhaps just a pitiable Protestant is to be reconciled with the only true religion, which of course is Roman Catholicism. An union of the majesty of faith and a societys act of purification, which subsequently and rather nicely turns into a fair. Entirely Baroque.
The Spanish word verdugo means hangman, deathsman (executioner). Interestingly, verdugo originates from the Latin word viridis, which stands for powerful, young, full of sap; the Spanish word for green, verde, has the same Latin root. This certainly is a considerable shift of meaning, especially in regards to the hangmans profession. However, if one considers the Roman Catholic tradition of celebrating funerals and the proverbial schöne Leich (beautiful corpse) in Old Bavaria and Austria, which in the face of mortality adds extra spice to the lust for life, then the idea of death being a greengardener in the field of life may not be too far-fetched. I am horrified by this thought. Yet arent the Roman Catholic pictures of saints, from which I can never discern which lust for life they celebrate, also horrible? The official doctrine has it, of course, that it is the bliss of entering paradise, of the ascent to eternal life after martyrdom on earth. However, there has always been another lust, focused on another kind of paradise. It is the one which is quite aptly called little death. Quite flirtatious. And already Rococo.
‚Incidence of Light‘ – Show featuring Robert C. Rore
Painting, Water Colour, Drawings, Prints
28.07. – 04.10.2011

