Kategorie-Archiv: Vernissage

Ausstellungseröffnungen in der Kunstbehandlung München

Schon wieder Damenbesuch nach 20 Uhr

kunstbehandlung_carolin_annendale2

Gruppenausstellung
mit Werken von Caroline Annandale, Astrid Köhler und Heike Ratfisch
24. November bis 14. Dezember 2016

Es ist noch gar nicht mal so lange her, als es den berüchtigten Kuppeleiparagrafen noch gab. Demnach machte sich beispielsweise eine Vermieterin strafbar, wenn sie dem Untermieter nach 20 Uhr noch Damenbesuch gestattete. Doch die Zeiten ändern sich, und wir uns mit ihnen. Deshalb haben wir nochmal Damenbesuch eingeladen, der auch noch eine ganze Ausstellung mitbringt.

Erstmals in der Kunstbehandlung sind Werke der in Wiesbaden lebenden US-amerikanischen Künstlerin Caroline Annandale zu sehen. Ihren wie durch einen Spiegel gesehenen und durch die Linse gebrochenen Gemäldezyklus nennt sie „Feierabend“, nach einem kniffligen Wort, das so nur auf Deutsch vorkommt. Märchenhaft spannend, abgrundtief wie bei den Gebrüdern Grimm.

Astrid Kohler zeigt ganz Großes und ganz Kleines. Von der Ikone, in der ein Affe ein Lebenswerk zerbeißt, bis hin zu köstlichen, mit dem Haarpinsel getupften Miniaturen, in denen sich Insekten in Originalgröße auf den Pfad der sexuellen Orientierung begeben. Ja, das ist ziemlich schräg.

Heike Ratfischs Ölkreiden werden unter ihren Händen zu Bildern mit einer besonderen Eigenwilligkeit. Ein Bogenhausener Parvenü und selbsternannter Kunstkritiker versuchte sich einst im angetrunkenen Zustand an einer: „Wo ich hinschaue, sehe ich primäre und sekundäre Geschlechtsorgane“. Das ist ganz schön drastisch formuliert. Vielleicht hatte er ja recht, möglicherweise aber auch nicht.

Die Vernissage findet am 24. November ab 20 Uhr in Anwesenheit der Künstlerinnen statt. Hierzu sowie zum Besuch der Ausstellung laden wir Sie hiermit herzlich ein. Alle Exponate finden Sie ab dem Abend der Ausstellungseröffnung auch in unserem Web-Shop.

Cuba Libre – Ausstellung von Rinaldo Hopf

kunstbehandlung_rinaldo_hopf_cuba-libre_la-danza-cinco_news

Cuba Libre
Ausstellung von Rinaldo Hopf
03. – 21. November 2016

Cuba Libre, so der Titel der diesjährigen Ausstellung von Rinaldo Hopf, ist der Begriff für den weltweit bekannten Longdrink, den es in unzähligen Varianten gibt. Immer dabei, Rum, ob weiß oder braun, und Cola, von der einen oder anderen Marke, mit Zucker und Limetten, oder ohne. Cuba Libre, freies Kuba, steht in unseren Tagen aber auch für die vorsichtige Öffnung des Landes. Wobei klar scheint, dass die Kubaner in ihrer Mehrheit keinen Raubtier-Kapitalismus herbeisehnen, sondern im Gegenteil an den Errungenschaften der Revolution, wie zum Beispiel „Bildung für alle“ und flächendeckende medizinische Versorgung festhalten wollen. Zu wach ist die Erinnerung daran, dass sich die Insel im Würgegriff der Mafia und großer Konzerne befand. Dies alles in Aquarellen festzuhalten, ist dem Künstler Rinaldo Hopf gelungen. Ausufernde karibische Lebensfreude, Stolz und Stilsicherheit, gepaart mit revolutionärem Bewusstsein. Fast scheint es so, als ob die Farben seiner Bilder selbst zu tanzen beginnen. Das mag vielleicht daran liegen, dass die neuen Arbeiten wesentlich freier und spontaner gemalt sind als bisher, vielleicht liegt es aber auch daran, dass Rinaldo Hopf für diese Serie auf die Sumi-e-Technik zurückgreift, die sich für handgeschöpfte Papiere aus China und Indien geradezu anbietet. Die Vernissage findet am 3. November ab 20 Uhr in Anwesenheit des Künstlers statt. Hierzu sowie zum Besuch der Ausstellung laden wir Sie hiermit herzlich ein. Zu der Ausstellung erscheint ein Kalender, alle Exponate finden Sie ab dem Abend der Ausstellungseröffnung auch in unserem Web-Shop.

WEISS – Jahresausstellung von Robert C. Rore

Kunstbehandlung_Robert_C_Rore_8598_WEB_450

WEISS
Jahresausstellung von Robert C. Rore
Malerei, Aquarell, Zeichnung
28. Juli bis 4. Oktober 2016

In der figürlichen Malerei lauern vielfältige Gefahren des Scheiterns. In einer glaubwürdigen Darstellung der menschlichen Hand beispielsweise. Und auch bei der Wahl der Farben lauert der Malteufel im Detail. Obwohl in der Natur vorkommend ist Weiß, ebenso wie Schwarz, keine Farbe im eigentlichen Sinne.

Womit wir nach den Gefahren auch gleich schon bei den Herausforderungen sind. Ein weißer Faltenwurf, ein Berg Weißwäsche, der weiße Feinripp, ein Glas Weißwein, einem gar prostend von einem Schwarzen entgegengehalten. Robert C. Rore lässt keine Gelegenheit aus, die Farbe Weiß in den Griff zu bekommen, und sei es unter Zuhilfenahme von Schwarz.

Dass Robert C. Rore die malerische Herausforderung – und nicht nur die – sucht, hat sich inzwischen herumgesprochen. Seit nun schon 20 Jahren ist die Robert C. Rore-Jahresausstellung einer der Fixpunkte im Programm der Kunstbehandlung.

WHITE – Annual Exhibition by Robert C. Rore


Kunstbehandlung_Robert_C_Rore_Ausschnitt_8604_WEB_450

WHITE
Annual Exhibition by Robert C. Rore
Paintings, Watercolours, Drawings
28th of July until 4th of October

Especially in figurative painting various perils lurk for even well experienced artists – the less talented ones are doomed to failure. Such as in a credibly depiction of a human hand. Even the choice of colour causes menacing danger all around and ‘Old Nick’ laughs about the chaos in detail. Although very much present in nature, strictly speaking white as well as black are both no colours as such.

Having highlighted all the dangers, lets meet the challenges of ‘no colours’ now. A white fall of folds, a mountain of white laundry, the white fine rib vest and to make things even more stand out: a black male raising a glass of white wine. Robert C Rore never loses an opportunity to get a grip on the colour white – even if he has to dip into a bit of black for assistance.

Well, it’s no secret that he takes on fresh challenges in his work with paint and brush whenever he can. Since already 20 years the annual exhibition by Robert C Rore is a benchmark at the Kunstbehandlung…

Sergey Sovkov – Jahresausstellung 2016

Sergey Sovkov

Sergey Sovkov – Jahresausstellung 2016
Ölgemälde, Zeichnungen, Pastelle
ab 25. Februar 2016

2015 zeigte die Kunstbehandlung die erste Einzelausstellung von Sergey Sovkov in Deutschland. Der 1972 geborene Künstler lebt und arbeitet in Togliatti, einem Industriezentrum am Ufer der Wolga, rund 1.000 Kilometer südöstlich Moskaus. Die klassische akademische Ausbildung in bildender Kunst schloss Sovkov 2004 an der Russischen Kunstakademie in St. Petersburg ab, deren traditionell sehr hohes Anspruchsniveau bis heute Gültigkeit hat. Diese Schule prägt sein Werk unverkennbar, im Stil des kraftvollen „russischen Impressionismus“ schafft der Künstler vor allem Ölgemälde.

Die Exponate der Ausstellung zeigen eine riesige Bandbreite zwischen fast naturalistischer Wirklichkeitsnähe und postimpressionistischer Bildauflösung. Mit ihrer Leuchtkraft erinnern die Farbpaletten der Ölgemälde an Kirchenfenster, die besondere Spachteltechnik verleiht den Werken eine große Plastizität und je nach Lichteinfall und Blickwinkel treten unterschiedliche Bildebenen in den Vordergrund. Die Portraits sind nah betrachtet fein komponierte Mosaike, mit Abstand entfalten die Gesichter enormen Ausdruck – ähnlich historischen Ikonenbildern. Die Zeichnungen und Pastelle sind figürlicher. Narrative Szenen sind geprägt von einer Wahrhaftigkeit der Darstellung, während das Firmament darüber eine bisweilen fast bedrohliche Dynamik andeutet. Die Kombination von Modernität und dem Rückgriff auf traditionelle Stilmittel bei unterschiedlichen Sujets macht Sovkovs Portfolio so vielfältig und spannend. Sein Hauptmotiv ist der männliche Akt, den er als Genremalerei, als expressionistische Komposition oder mit Anleihen an die patriotische russische Landschaftsmalerei variiert.

Sovkovs Landschaften sind Schauplätze, auf denen bedrohliche Wolken, der mittägliche Sonnenstand, der unruhige See oder das fade Mondlicht über trüben Straßenlaternen ästhetische Effekte setzen. Das wiederkehrende Männer-Motiv brachte Sergey Sovkov in Konflikt mit Putins Gesetz gegen „homosexuelle Propaganda“. Seine Stelle als Dozent für Bildende Künste musste er aufgeben. Bei seinen vielen Reisen in Europa genießt er neben der Sicherheit auch die gesellschaftliche Offenheit die ausgelassene, emotionale Stimmung bei Veranstaltungen – hier vermeintliche Selbstverständlichkeiten, die er in die Atmosphäre seiner Bilder legt.

Die Vernissage findet am 25. Februar ab 20:00 Uhr in Anwesenheit des Künstlers statt.

Sergey Sovkov – Exhibition 2016

Sergey Sovkov

Sergey Sovkov – Exhibition 2016
Oil paintings, drawings, pastel
From 25. February 2016

In 2015 the Kunstbehandlung exhibited the first solo exhibition with works by Sergey Sovkov in Germany. Born in 1972, the artist lives and works in Togliatti, an industrial hub at the banks of the river Volga, about 1000 kilometres southeast from Moscow. He completed a classic academic education in fine art at the Russian Art Academy in St. Petersburg, whose traditionally very high aspiration level remains valid to date. Unmistakable this school left its mark on his work; following the style of powerful ‘Russian Impressionism’ the artist creates mainly oil paintings.

The exhibits of this exhibition present a vast spectrum stretching between almost naturalistic verisimilitude and postimpressionistic picture definition. The brilliance of the oil paintings remind of church windows, the specific use of a palette knife give the works a great plasticity and, depending on the light incidence and visual angle, certain levels of the painting come to the fore. The portraits are, on close inspection, finely composed mosaics; allowing some more distance the faces unfold stupendous expressions – similar to ancient paintings of historic icons.

The drawings and pastels are more figurative depicted. Narrative scenes are characterised by an authenticity of the portrayal, whilst the firmament above implies a menacing dynamic at times. The combination of modernity and same time resort to traditional stylistic methods at different subjects makes Sovkovs portfolio such diverse and exciting. His main subject is the male nude body, which he varies as genre painting, as expressionistic composition or follows the style of patriotic Russian landscape paintings.

Sovkov’s landscapes are scenes, where threatening clouds, midday sunlight, troubled waters or pale moonlight above dim streetlights place aesthetic effects. The recurring men theme caused Sovkov conflict with Putin’s law against ‘homosexual propaganda’. He had to quit his post as a lecturer for fine arts. At his numerous journeys through Europe he enjoys the social openness, the boisterous, emotional mood at events – here an allegedly obviousness, which he depicts in the atmosphere of his paintings.

The opening of the exhibition takes place on the evening of the 25th of February, from 8 pm onwards, where the artist will be in attendance.

Veranstaltungen im Februar 2016

Kunstbehandlung_Ulrike_Wenzel_2

Zum Abschluss von Ulrike Wenzels „Brezn-Ausstellung“ veranstalten wir am Sonntag, den 21. Februar von 15:00 bis 18:00 Uhr eine Finissage in Zusammenarbeit mit „Short’n Sweet“.

Short’n Sweet ist eine Veranstaltung anlässlich des „restaurant days“, an dem in über 40 Ländern Privatpersonen für einen Tag ein Restaurant, ein Kaffee, eine Grillstation oder ähnliches organisieren. Der Clou dabei ist, dass die angebotenen Speisen kostenlos, allenfalls gegen eine Spende erhältlich sind. In unserem Falle werden die Spenden von „Short’n Sweet“ an die Münchner Tafel weitergereicht. Freuen Sie sich auf Süßes zu essen und Salziges an den Wänden der Galerie. Die Ausstellung „Gesalzen und verdreht“ hat übrigens ein enormes Medienecho gefunden, kein Wunder bei Ulrike Wenzels subtil ironischem Hintergedanken zu ihrem Werk.

Am 25. Februar ab 20:00 Uhr startet planmäßig Sergey Sovkovs Jahresausstellung. Der aus Russland stammende Künstler zeigt in dieser Einzelausstellung eine große Bandbreite vom Stilleben über Landschaftsmalerei hin zum Akt in seiner unvergleichlichen Technik. Eine detaillierte Einladung zu seiner Ausstellung folgt in Kürze.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.